Der gute Start der neuen Vorsätze

Ein Vorsatz für das neue Jahr ist meine bessere Zeichen- und Übungsroutine. Ich möchte täglich zeichnen und dabei möglichst alle (kleinen) Ideen festhalten, die mir so in den Sinn kommen. Etwas im Gegensatz dazu steht womöglich, dass ich auch mal an Ideen dranbleiben möchte. Ich verliere oft das Interesse an Ideen, bevor ich sie komplett zu Papier gebracht habe – wobei eher weniger das Interesse verliere, sondern neue Ideen immer Vorrang bekommen. Als Hauptproblem habe ich meinen Perfektionismus identifiziert, selbst für „schnelle Ideen“ brauche ich meistens viel zu lange, weil ich sie perfekt ausarbeiten möchte. Deshalb versuche ich mich nun an dem Konzept „Make it exist first, make it perfect later“ – also sorge erst dafür, dass es existiert und mache es später perfekt.

Chaos vermeiden

Außerdem zwinge ich mich dazu die Dinge einfach zu halten. Einfach in den Ideen und einfach in der Ausarbeitung. Nicht zu viel auf einmal wollen, nicht zu viel Material benutzen um im Fluss zu bleiben und nicht im Chaos zu versinken. Gemeint sind, das bildliche Chaos im Kopf, das durch zu viele Entscheidungen, die getroffen werden müssen, entsteht, und das wortwörtliche Chaos, das auf dem Schreibtisch durch zu viel Zeug entsteht.

Eine Entscheidung, die zurzeit besonders für Chaos im Kopf sorgt, ist die für Farben. Und das obwohl ich Farben liebe, scheint das Entscheiden für Farben eine extrem überwältigende (und kaum zu bewältigende) Aufgabe zu sein.

Damit ich eben nicht durch die Entscheidungen, die ich nicht treffen kann, gelähmt werde und gar nichts mehr mache, beschränke ich mich nun auf Bleistifte, denn die Entscheidung „was male ich“ zu treffen, reicht auch erstmal aus. Und darum geht es in erster Linie: Wenn nichts auf dem Papier ist, brauche ich mir auch keine Gedanken über Farben zu machen.

Farben zur Entspannung

Natürlich verzichte ich nicht komplett auf Farben. Wenn ich mich mehrere Tage kaum dazu aufraffen konnte etwas zu Papier zu bringen, verbringe ich die Abende mit abstrakten Malstunden. Ich bin jedes Mal überrascht wie sehr das Arbeiten ohne Plan und nachdenken meinen Kopf entspannt und ich mich danach meistens wirklich wacher und weniger unter Druck fühle.

 

Doch diese Entspannungsübungen waren Anfang des Jahres noch gar nicht nötig. Die ersten paar Wochen und Seiten mit der neuen Routine liefen wirklich gut.

Die erste Doppelseite in 2026

Auf der linken Seite habe ich mich an eine bestimmte Idee gehalten, die ich noch weiter beschreiben werden. Auf der rechten Seite habe ich mich zwischendurch an neue Motive und Inspirationen versucht.

Landschaftsgestaltung

Am 1. Januar hatte ich das Thumbnail einer kleinen Landschaft gezeichnet. Diese Landschaft entstand vor dem Hintergrund vieler kleiner Ideen. Es ist unglaublich schwierig diese Ideen schriftlich festzuhalten, es sind so viele halbfertige Gedanken darunter.

Ich denke eine der Hauptideen dahinter ist Illustrationen mit einer Geschichten und vielen Details zu gestalten.

Ich habe auf der nächsten Seite und in der folgenden Woche versucht die einzelnen Ebenen der Landschaft in kleine, detailliertere Bilder aufzuteilen.

Kleine Geschichten zu jedem Bild zu entwickeln, war schwieriger als erwartet. Und noch schwieriger war es Details hinein zu bringen ohne zu viele Wiederholungen der einzelnen Elemente.

Trotzdem sind ein paar Skizzen entstanden, die mir sehr gefallen haben. Außerdem habe ich festgestellt wie sehr ich es liebe eine volle Seite mit vielen kleinen Zeichnungen anzusehen. Ich denke es handelt sich dabei um eine Art Stolz auf die Arbeit, auch wenn natürlich nicht alles perfekt geworden ist.

Die Skizze vom 01.01. habe ich auf der neuen Doppelseite nochmal neu gemalt um alles auf einer Seite zu haben. Der Stein im Hintergrund soll eine Art magischer Runenstein darstellen, der von einem Druidenvolk „genutzt“ wird und um ihn herum leben kleine Feen. Auf der Wiese in der Nähe vom Fluss lebt ein Hase.

Rot und Blau würde ich als ziemlich uninspiriert bezeichnen. Es ging mir hier in der Hauptsache um die Brücken bzw. um die Feldmauer, aber ansonsten hatte ich kaum Ideen für die Umgebung. Ich hoffe sehr, dass ich mit mehr Übung auch mehr Elemente beherrsche mit denen ich solche Szenen ausschmücken kann.

Der Garten ist meine absolute Lieblingsskizze von dieser Seite, deshalb gibt es ihn hier auch nochmal alleine zu sehen:

die andere Hälfte der Doppelseite

Diese Doppelseite ist in den ersten zehn Tagen des Jahres entstanden. Zur rechten Hälfte gibt es nicht ganz so viel zu erzählen.

Als ich Dreamlight Valley spielte, sah ich ein Haus bei dem ich jedes Mal denke „das muss ich zeichnen“ und anstatt es nur zu denken, habe ich es endlich auch gemacht. Es wirkt als würde es in den Zauberwald oder zur Zauberwiese auf der linken Seite passen. Der Garten könnte auch zu dem Haus gehören, deswegen habe ich vor dem Haus den Weg und einen kleinen Zaun angedeutet.

Das Bücherregal hatte als Vorlage eine Illustration von Poopikat. Ich versuche öfter analoge Inspirationsquellen zu nutzen, wie die Bilder, Postkarten und Artbooks, die ich Zuhause habe. Und das Regal ist eine Zusammenstellung von vielen Elementen von einer Postkarte, die ich als Patron von Poopikat erhalten habe. Ich habe das Bücherregal auch noch digital über-/ausgearbeitet.

Die Bücher darunter habe ich aus einer Vorlage aus dem Internet abgemalt. Ich habe versucht mein Repertoire von antiken Bucheinwänden zu erweitern. (Allerdings musste ich feststellen, dass viele wohl sehr ähnlich aussehen.)

Alle Skizzen wurden im Graustufen-Modus bearbeitet, dadurch sind die Kontraste höher und ihr erkennt mehr als von den unbearbeiteten Scans. Das Papier in den Skizzenbüchern von Talens ist eigentlich gelblich.

Soooo… nun habe ich nichts mehr zu meiner ersten Doppelseite des Jahres zu erzählen. In meinem nächsten Blogbeitrag wird es um mein neues „Lieblingsspielzeug“ gehen – das hatte ich bereits im vorherigen Beitrag erwähnt, aber chronologisch hat es noch nicht reingepasst.

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