von der Idee zur fertigen Illustration
"Katze im Weltall"
Lest in diesem Beitrag, wie ich aus einer Idee ein fertiges Bild geworden ist. Inspirationsquellen gibt es unendlich viele, so wie Wege sie umsetzen. Dieser Weg ist bei mir nicht immer gleich und auch der Umsetzungszeitraum ist immer anders. Diesmal lagen zwischen der ersten Idee und dem fertigen Bild ca. 9 Monate und zwei Anläufe.
Die Inspiration
Die Idee zu diesem Bild kam ganz unverhofft beim Spielen mit meinen Kindern. Ich sollte Ihnen Hindernisse mit Kreide auf unsere Auffahrt malen um die sie mit ihren Laufrädern rumfahren wollten. (Das ganze Spiel ist etwas komplexer als ich es hier beschreiben möchte.) Der Große hatte schon Meteoriten gemalt um die ich weiter rummalen musste. Aus meinem frühreren Spiel gab es schon die Katze, um die ganz langsam herum gefahren werden muss, damit sie nicht aufwacht, die wurde mit Nachdruck wieder gefordert.
Also hatten wir bereits Meteoriten, eine schlafende Katze sollte dazu, somit kann die einzige Lösung sein: Eine Katze mit Raumfahrerhelm schläft einem der Meteoriten.
Ich hatte ein Foto von der Katze gemacht, weil „das ein schönes Motiv für ein Bild ist“. Es hat dann mehr als zwei Monate gedauert bis ich auch wirklich endlich was daraus gemacht hatte.
Die Umsetzung
Ende Mai, also mehr als zwei Monate später, habe ich endlich eine Illustration, basierend auf dem Kreidebild, umgesetzt. Das Ganze war eine ziemlich spontane Aktion, ich würde das Bild auch eher eine „Skizze“ als „Illustration“ nennen. Ich habe versucht alles ganz spontan zu halten und nicht zu viel zu denken, nach dem Motto „make it exist first, make it perfect later“ – also erst dafür sorgen, dass es existiert und später perfekt machen.
Erstmal habe ich das Bild allerdings so gelassen. Es war nicht besonders schlecht, die Katze hat mir sogar recht gut gefallen und auch ihr Meteorit, nur die Sterne und deren Leuchten waren einfach nicht das, was ich eigentlich wollte.
benutztes Material:
- Marker-Pad von Ohuhu
- Alkoholmarker von Ohuhu und Copic
- Fineliner von Copic und Micron
Und Acrylmarker von Arrtx für Experimente mit dem Leuchten der Sterne.
Anfang Dezember ist mir das Bild dann wieder untergekommen als ich das Ohuhu-Skizzenbuch durchgeblättert habe. Ich blättere meist dann durch meine Skizzenbücher, wenn ich nach alten Ideen suchen, denen ich mal wieder nachgehen möchte oder um mich selbst von meinem Fortschritt und meiner Entwicklung zu überzeugen.
Diesmal kam mir die Idee, wie ich das Bildern umgestalten könnte und habe eine zweite Version begonnen. Natürlich hatte ich diesmal die Erfahrungen, die man beim Malen einer ersten Version gewinnt und ich hatte zudem noch mehr Ideen für die Gestaltung, mehr (witzige) Elemente.
benutztes Material:
- Marker-Pad von Ohuhu
- Alkoholmarker von Ohuhu und Copic
- Fineliner von Copic und Micron
Digitale Nachbearbeitung
Das Originalbild habe ich mit 300 dpi Auflösung eingescannt. Die Farben sehen im Scan immer etwas anders aus, meist gesättigter und dunkler. Manchmal gewinnt das Bild dadurch, manchmal muss es nachbearbeitet werden. Diesmal fand ich es ziemlich gut, nach dem Scannen. Ich hatte so schon sehr kräftige Farben verwendet, nun haben sie sogar noch mehr geleuchtet, das hat mir gefallen und daher habe ich es so gelassen. Einzig die rote Skizze war im Scan ebenfalls viel kräftiger zum Vorschein gekommen, die musste habe ich in Photoshop entfernt.
Nach dem Entfernen der roten Markierungen habe ich das Bild an mein iPad geschickt und habe hier dem Bild den letzten Schliff verliehen. Im Alkoholmarker-Bild habe ich absichtlich keine Reflexion oder andere Details in den Helm gemalt und habe den Hintergrund des Helms heller gelassen als den Rest des Alls.
Leider habe ich in den letzten Monaten zu viel in der Procreate-Datei herumgespielt und habe die einzelnen Ebenen nicht mehr, daher versuche ich zu beschreiben, was ich alles geändert habe:
Die Milchstraße im Hintergrund habe ich zuerst über das ganze Bild gemalt und anschließend dort wieder wegradiert, wo sie die Katze und die Meteoriten, die weiter vorne sind, verdeckt hat. Man sieht am Meteorit rechts unter der Katze, dass die Deckkraft der Ebene reduziert ist.
Die Punkte, die weit entfernte Sterne darstellen, habe ich jeden einzeln gesetzt.
Die Reflexionen im Helm, damit er durchsichtig bzw wie aus einem durchsichtigen Material erscheint, bestehen aus zwei Ebenen. Eine Ebene mit reduzierter Deckkraft für den weißen Schein und eine zweite für die weißen Highlights mit 100% Deckkraft.
Oft verwende ich für Lichtschein den Modus „Hinzufügen“, der die Ebene leuchten lässt. In diesem Bild war das aufgrund der guten Kontraste zwischen Weiß und der dunkelblauen Umgebung nicht notwendig.


Der letzte Schritt
Mein liebster Schritt – und natürlich meist der letzte – ist etwas „zum Anfassen“ aus einem Bild zu machen. In diesem Fall wurde es ein Druck auf meinem liebsten semi-glossen Fotopapier, gerahmt zum Geburtstag für einen Sechsjährigen.
Zuerst gab es ein paar Testdrucke, denn ich hatte versucht das Bild etwas kleiner mit weißem Rahmen zu drucken, sozusagen als Passepartout-Ersatz, aber komplett in A4 nur mit dem Rahmen als weißen Rand hat einfach am meisten hergemacht.
Außerdem habe ich auch das matte Papier getestet, doch Semi-Gloss ist meistens mein Favorit bei Digitaldrucken. Meine Jungs haben sich über die Testdrucke in Postkartengröße gefreut.
Ein kleines Motiv mit wenigen Details, doch es war perfekt, um einen neuen Prozess auszuprobieren, den ich in diesem Umfang noch nicht durchgeführt hatte, zumal ich von Anfang an bei der zweiten Version an die digitale Nachbearbeitung gedacht habe – so vorausschauend arbeite ich selten.
